Niedrige Leasingraten für Elektroautos: Ein notwendiges Mittel für Hersteller und Handel
Die Elektromobilität nimmt in Deutschland an Fahrt auf, doch nicht aus reinem Innovationsgeist oder ökologischen Motiven. Vielmehr stehen Hersteller...
Hej Fuhrpark! Vergangene Woche wurde ich von Volvo eingeladen, den vollelektrischen EX90 auf Herz und Nieren zu testen. Dabei stand nicht nur das Fahrerlebnis im Fokus, sondern vor allem auch, wie sich dieses Modell als Flottenfahrzeug für Unternehmen positionieren kann. In diesem Beitrag möchte ich meine persönlichen Eindrücke schildern und die Vor- und Nachteile aus B2B-Sicht zusammenfassen.
Bereits beim ersten Blick überzeugt der Volvo EX90 durch ein modernes, skandinavisch geprägtes Design. Die großzügige Frontpartie mit den bekannten Thors-Hammer-Scheinwerfern, elegante Linien und hochwertige Materialien im Innenraum verleihen dem Fahrzeug einen Hauch von Luxus – ohne dabei zu protzen. Mir kommt das schwedische Wort „lagom“ in den Sinn – was etwa mit mit „nicht zu viel, nicht zu wenig – genau richtig“ zu interpretieren ist. Gut und schön, aber für die meisten Selbstständigen und Unternehmer spielt eher die Praktikabilität und Wirtschaftlichkeit eine wichtige Rolle.
Unter der Haube zeigt sich, dass Volvo bei seinem neuen Elektro-SUV einiges an Innovation implementiert hat. Die Testergebnisse aus verschiedenen Fachmagazinen bestätigen, dass der EX90 in Sachen Reichweite beeindruckt – im Alltag werden Werte um die 450 km erreicht, was auch in der Praxis bei gemischtem Fahrbetrieb überzeugen kann. Anzumerken ist, dass diese Werte – wie bei allen E-Autos – stark von der Fahrweise und den Einsatzbedingungen abhängen. Zu Start sind drei Varianten verfügbar: Als Single-Motor mit 205 kW Leistung und einer Akku-Kapazität von 104 kWh, dann der Twin-Motor mit 300 kW und einem 111 kWh-Akku und die Twin Motor Performance-Variante mit gleichem Akku aber 380 kW Motorleistung.
Ich bin die letztere Variante gefahren und... ein Drehmoment von 910 Nm und einem Sprint von 0 auf 100 km/h in 4,9 Sekunden sprechen für sich. Die Beschleunigung ist beeindruckend! Insbesondere wenn man bedenkt, dass man ein beachtliches Leergewicht von 2.750 kg mit sich schleppt.
Auch hier hat man wieder "lagom" walten lassen. Alles wirkt sehr ausgewogen: Das Fahrwerk ist weder zu straff, noch zu weich, die Lenkung sehr leicht, aber ohne übermäßig synthetisch zu wirken. Positiv aufgefallen sind mir die überraschend zurückhaltenden Assistenzsysteme. Meine anfängliche Befürchtung der Bevormundung in Form von Piepsen und Blinken hat sich nicht bewahrheitet.
Besonders interessant finde ich die Integration von Android Automotive. Dieses Betriebssystem bietet nicht nur eine intuitive Benutzeroberfläche, sondern ermöglicht (theoretisch) auch die nahtlose Verbindung zu modernen Flottenmanagement-Systemen. So können wichtige Fahrzeugdaten in Echtzeit abgerufen werden – ein echter Pluspunkt, wenn es darum geht, den Überblick über den Fuhrpark zu behalten und z.B. Touren optimal zu planen. Hier eröffnen sich großartige Möglichkeiten und beenden damit die Ära von zig verschiedenen Dongles, Messgeräten und an der Windschutzscheibe hängenden Smartphones. Android Automotive hat übrigens nichts mit Android Auto zu tun, wie es schon seit vielen Jahren, neben Apple CarPlay, in den Fahrzeugen angeboten wird. Im Gegensatz zu Android Auto kann Android Automotive komplett autark agieren und benötigt kein Smartphone, welches gespiegelt wird. Das Fahrzeug wird zum Smartphone und dank integrierter eSIM kann man alle Online-Dienste ohne Smartphone nutzen. Volvo gibt an, dass die Services für vier Jahre inkludiert sind und danach für etwa 100€ im Jahr gebucht werden können. Klingt grundsätzlich fair.
Aus B2B-Perspektive spielen vor allem Kosten, Nutzen und steuerliche Vorteile eine entscheidende Rolle. Der Volvo EX90 positioniert sich im Premiumsegment – was sich natürlich auch im Anschaffungspreis widerspiegelt. Doch gerade hier zeigt sich das Potenzial für Unternehmen: Dank niedriger Betriebskosten, den staatlichen Förderungen und den steuerlichen Vorteilen, die Elektrofahrzeuge bieten, kann der Total Cost of Ownership (TCO) auf lange Sicht durchaus attraktiv sein.
Ein weiterer Vorteil liegt in der Wartung und im Fuhrparkmanagement. Die umfangreiche Konnektivität, unter anderem über Android Automotive, erleichtert die Integration in bestehende IT-Lösungen und ermöglicht eine vorausschauende Instandhaltung. Dies reduziert nicht nur ungeplante Ausfallzeiten, sondern sorgt auch für eine effizientere Planung im Flottenbetrieb.
Dennoch gilt es, die hohen Anschaffungskosten und eventuell noch nicht vollständig verfügbaren Features wie den Autobahn-Piloten zu berücksichtigen. Dieser soll im Laufe des Jahres freigeschaltet werden.
Interessanter Fakt zum Thema Praktikabilität ist übrigens, dass Volvo den EX90 auch als 6-Sitzer anbietet. Sprich, der zweite Reihe besteht aus zwei komfortablen Einzelsitzen. Ein für deutsche Verhältnisse eher unübliches Konzept, auf anderen Märkten wie Nordamerika und Asien sehr beliebt. Bleibt abzuwarten, wie deutsche Kunden dieses Sitzkonzept annehmen.
Nach meiner Testfahrt bin ich überzeugt, dass der Volvo EX90 ein vielversprechendes Fahrzeug für den zukünftigen Flottenbetrieb ist. Die Kombination aus zeitgemäßer Technik, solider Reichweite und intelligenten Vernetzungslösungen bietet einen echten Mehrwert – insbesondere für Unternehmen, die ihre Flotte nachhaltig und zukunftssicher gestalten möchten. Natürlich ist der hohe Preis ein nicht zu ignorierender Faktor, der eine genaue Kosten-Nutzen-Analyse erfordert. Dennoch sehe ich im EX90 ein Modell, das gerade in Zeiten des Wandels im Automobilsektor den Spagat zwischen Innovation und praktischer Wirtschaftlichkeit schafft. Und der EX90 schafft eine weitere nicht zu unterschätzende Komponente: Ruhe im Innenraum. Weniger was die Akustik anbelangt, sondern vielmehr die Reduktion von Ablenkungen. Ein Thema, was ich seit einigen Jahren sehr kritisch bei diversen Herstellern beobachte. Der Verkehr auf den Straßen wird immer hektischer – daher umso wichtiger, dass Fahrerinnen und Fahrer nicht auch noch von ihrem Fahrzeug abgelenkt werden.
Die Fahrt hat mir gezeigt, dass Volvo nicht nur bei Design und Technik, sondern auch im Hinblick auf die Bedürfnisse von Geschäftskunden überzeugt. Es bleibt abzuwarten, wie sich der Markt entwickelt und ob auch die Service-Strukturen den Ansprüchen eines wachsenden Elektro-Fuhrparks gerecht werden. Für Unternehmen, die in eine nachhaltige Zukunft investieren wollen, könnte der EX90 daher bereits jetzt ein interessanter Baustein sein.
Photo Credit: Tibo Tiebackx
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