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Selbstauskunft Leasing: So bereiten sich Unternehmen vor

Geschrieben von René Hüning | 27.05.26 14:30

 

Was eine Selbstauskunft beim Leasing genau ist und warum sie wichtig ist

 

Eine Selbstauskunft beim Leasing ist ein Formular, mit dem eine Leasinggesellschaft die wirtschaftliche Situation einer Person oder eines Unternehmens prüft. Sie dient der Bonitätsprüfung und hilft einzuschätzen, ob die vereinbarten Raten voraussichtlich zuverlässig gezahlt werden können.

Für gewerbliche Fuhrparks und Dienstwagen spielt die Selbstauskunft eine zentrale Rolle. Bevor ein Leasingvertrag zustande kommt, muss die Leasinggesellschaft das Risiko eines Zahlungsausfalls bewerten. Dazu vergleicht sie die geplanten Leasingraten mit der finanziellen Leistungsfähigkeit des anfragenden Unternehmens oder der privaten anfragenden Person.

Die Selbstauskunft ergänzt dabei andere Prüfungen, etwa Auskünfte von Wirtschaftsauskunfteien wie der SCHUFA. In vielen Formularen findet sich daher eine Einwilligungsklausel, mit der der künftige Leasingnehmende zustimmt, dass Daten übermittelt oder abgefragt werden dürfen. Ohne diese Einwilligung kann der Vertrag häufig nicht abgeschlossen werden.

In der Praxis bedeutet das: Wer Fahrzeuge leasen möchte, sollte frühzeitig die nötigen Informationen zusammentragen. Dazu gehören persönliche Daten, Angaben zur aktuellen Wohn- und Beschäftigungssituation sowie eine Übersicht über Einkommen, laufende Verpflichtungen und Vermögen. Bei Unternehmen kommen zusätzlich unter anderem Rechtsform, Branche und Unternehmenskennzahlen hinzu.

Eine Beispiel-Selbstauskunft eines Leasinggebers wie AIL Leasing München AG zeigt, wie detailliert diese Informationen abgefragt werden: Neben Name, Anschrift und Familienstand werden auch Angaben zu unterhaltspflichtigen Personen, Vermögenswerten (Sparguthaben, Wertpapiere), Miete, Krediten, Bürgschaften und eventuellen Zahlungsschwierigkeiten der vergangenen Jahre erfasst. Diese Daten sind die Grundlage, um das Ausfallrisiko sachlich einschätzen zu können.

Für die Leasingnehmenden selbst hat die Selbstauskunft ebenfalls einen Nutzen. Wer die eigene Situation strukturiert darstellt, erkennt oftmals früh, welche Fahrzeugkonstellation, Laufzeit und Rate realistisch sind. Ein gut ausgefülltes Formular erleichtert außerdem eine schnelle Entscheidung des Leasinggebers. Das ist besonders wichtig, wenn ein Fahrzeug zeitnah für ein Projekt, eine neue Mitarbeitende oder die Erweiterung des Fuhrparks benötigt wird.

Kurz gesagt: Die Selbstauskunft ist kein Misstrauensbeweis, sondern ein notwendiger Baustein für eine tragfähige, langfristige Finanzierungslösung. Wer sie ernst nimmt und sorgfältig ausfüllt, schafft eine solide Basis für eine partnerschaftliche Zusammenarbeit mit der Leasinggesellschaft.

 

Diese Angaben fordert die Leasinggesellschaft typischerweise von Unternehmen

 

Eine Selbstauskunft im gewerblichen Leasing folgt meist einem ähnlichen Aufbau, unabhängig davon, ob sie von einer Bank, einer herstellergebundenen Gesellschaft oder einem unabhängigen Anbieter stammt. Der genaue Umfang kann variieren, doch einige Kernblöcke finden sich fast in jedem Formular.

Zunächst werden persönliche Daten der zeichnungsberechtigten Personen erfasst. Dazu zählen Name, Vorname, Geburtsdatum, Staatsangehörigkeit und aktuelle Anschrift. Häufig wird zusätzlich die bisherige Wohnzeit an dieser Adresse abgefragt sowie die Art des Wohnens (Mietwohnung, Eigentumswohnung, eigenes Haus). Diese Angaben helfen, die Stabilität der persönlichen Verhältnisse einzuschätzen.

Ein zweiter Block betrifft die berufliche oder unternehmerische Situation. Abgefragt werden ausgeübter Beruf, aktueller Arbeitgeber beziehungsweise Unternehmen, Branche und Arbeitgeberanschrift. Bei Unternehmen kommen Informationen wie Gründungsjahr, Mitarbeiterzahl und Rechtsform hinzu. Laut einem Fachartikel von LeasingMarkt.de gehören beim Geschäftsleasing zudem oft Handelsregisterauszug und betriebswirtschaftliche Auswertungen (BWA) zu den Standardunterlagen.

Der dritte Bereich widmet sich den finanziellen Verhältnissen. In vielen Selbstauskunftsformularen werden Netto-Monatseinkommen, eventuelle Nebeneinkünfte sowie vorhandenes Vermögen abgefragt. Typisch sind Positionen wie Sparguthaben, Wertpapiere und sonstiges Vermögen. Auf der Ausgabenseite interessieren unter anderem Miete inklusive Nebenkosten, Unterhaltsverpflichtungen, Lebensversicherungsbeiträge sowie laufende Kreditraten.

Ein weiterer wichtiger Bestandteil ist die Abfrage zu bestehenden Bürgschaften und etwaigen Zahlungsschwierigkeiten der vergangenen Jahre. Dazu können Scheckproteste, Pfändungen, Zahlungsbefehle, eidesstattliche Versicherungen, Insolvenzverfahren oder ähnliche Ereignisse gehören. Diese Informationen sind sensibel, aber für eine faire Risikobewertung erforderlich.

Schließlich werden Bankverbindung und oft auch Angaben zu Ausweisdokumenten und Fahrerlaubnis abgefragt, etwa IBAN, BIC, Dauer des Aufenthalts in Deutschland, Führerscheindaten oder Reisepassnummer. In Formularen mit Bezug zu Auskunfteien findet sich eine ausdrückliche Einwilligungsklausel, die die Datenübermittlung an Stellen wie die SCHUFA regelt. Ein Mustertext weist meist darauf hin, dass Auskunftsrechte bestehen und beschreibt in Grundzügen das Auskunftsverfahren, wie etwa im Hinweisblatt der GRENKELEASING AG, das sich auf die SCHUFA HOLDING AG bezieht.

Für Unternehmen, die mehrere Fahrzeuge oder ganze Flotten leasen möchten, können zusätzliche Unterlagen angefordert werden. Dazu zählen beispielsweise Jahresabschlüsse oder detaillierte Planungen zur Flottennutzung. Die Grundlogik bleibt jedoch gleich: Die Leasinggesellschaft braucht ein vollständiges Bild, um das Vertragspaket verantwortungsvoll zu gestalten.

 

Praxis-Tipps: So füllen Sie die Selbstauskunft korrekt und effizient aus

 

Eine Selbstauskunft korrekt ausfüllen bedeutet, vollständige und wahrheitsgemäße Angaben zu machen. Viele Formulare enthalten einen Hinweis, dass falsche oder unvollständige Informationen zur außerordentlichen Kündigung des Leasingvertrags und zu Schadensersatzansprüchen führen können. Das ist nicht nur juristisch relevant, sondern auch für eine langfristig vertrauensvolle Zusammenarbeit entscheidend.

Ein erster Praxistipp ist daher, vor dem Ausfüllen alle benötigten Unterlagen zusammenzustellen. Dazu gehören in der Regel aktuelle Gehaltsabrechnungen oder betriebswirtschaftliche Auswertungen, Kontoauszüge, eine Übersicht laufender Kredite, Versicherungsunterlagen sowie Dokumente zu vorhandenen Sparguthaben und Wertpapieren. Wer diese Unterlagen gebündelt bereithält, kann das Formular strukturiert Punkt für Punkt durchgehen.

Zweitens lohnt es sich, jede Frage im Formular genau zu lesen und unklare Punkte direkt mit der Leasinggesellschaft oder der beratenden Person zu klären. Manche Felder beziehen sich nur auf private Leasingnehmende, andere auf Unternehmen. In vielen Formularen wird zum Beispiel explizit nach Zahlungsschwierigkeiten der letzten drei Jahre gefragt. Hier ist eine klare, sachliche Angabe hilfreich, gegebenenfalls mit kurzer Erläuterung.

Drittens sollten Veränderungen der finanziellen Verhältnisse auch nach Vertragsabschluss aktiv gemeldet werden. Viele Selbstauskünfte enthalten eine Passage, in der sich die unterzeichnende Person verpflichtet, Änderungen unverzüglich mitzuteilen. Das kann etwa bei größeren Investitionen, Umstrukturierungen im Unternehmen oder einem starken Umsatzrückgang relevant werden. Eine frühzeitige Kommunikation ermöglicht oft gemeinsam tragfähige Lösungen, etwa die Anpassung von Laufzeiten oder Raten.

Ein konkretes Beispiel aus der Praxis:

Ein mittelständischer Handwerksbetrieb plant, zusätzlich zu bestehenden zwei Transportern drei weitere Fahrzeuge zu leasen, um neue Aufträge bedienen zu können. Die Geschäftsführung bereitet die Selbstauskunft vor, legt aktuelle BWA, eine Übersicht der laufenden Kredite und einen Finanzplan für die nächsten 24 Monate bei. Durch diese Transparenz erhält die Leasinggesellschaft ein stimmiges Gesamtbild und kann ein Angebot mit passenden Laufzeiten, Anzahlung und Ratenstruktur erstellen. Das unterscheidet die Anfrage deutlich von einer Anfrage für Privatkunden, welche meist nur auf Schufa und Einkommensnachweis abstellt.

Viertens spielt die interne Abstimmung im Unternehmen eine wichtige Rolle. Finanzabteilung, Geschäftsführung und gegebenenfalls externe Steuerberatung sollten frühzeitig eingebunden werden. So wird sichergestellt, dass alle Zahlen konsistent sind und die geplante Leasing- oder Finanzierungsrate wirklich zur finanzstrategischen Ausrichtung passt.

Fazit: Eine sorgfältig ausgefüllte Selbstauskunft ist kein Selbstzweck. Sie beschleunigt Entscheidungen, reduziert Rückfragen und minimiert das Risiko späterer Missverständnisse. Wer den Prozess als Teil einer partnerschaftlichen Zusammenarbeit mit der Leasinggesellschaft oder Bank versteht, schafft die Basis für Kapitalzugang und eine Partnerschaft, die das eigene Geschäft unterstützt.